Niederlande müssen für Kriegsverbrechen in Indonesien zahlen

Fast 70 Jahre nach Kriegsverbrechen in Indonesien ist der niederländische Staat zu Entschädigungszahlungen für Hinterbliebene verurteilt worden. Der Staat sei für Massen-Exekutionen auf der indonesischen Insel Sulawesi haftbar, urteilte ein niederländisches Gericht in Den Haag am 11.03.2015. Witwen und Kinder haben danach ein Recht auf Entschädigung. 23 Hinterbliebene hatten den niederländischen Staat verklagt.

Vorwurf: Mit großer Härte gegen Aufständische vorgegangen

Die Armee der damaligen niederländischen Kolonialmacht war 1946 bis 1949 mit großer Härte gegen Aufständische vorgegangen. Über 3.000 indonesische Männer wurden auf Sulawesi erschossen, viele vor den Augen ihrer Frauen und Kinder. Die Niederlande hatten vor Gericht plädiert, dass die Verbrechen verjährt seien. Das wies das Gericht zurück. Es entsprach damit einem früheren Urteil zu einem Massaker im Dorf Rawagede auf der Insel Java. Die Höhe der Entschädigung ist noch nicht festgestellt worden. Unklar ist auch noch, wie viele Witwen und Kinder ein Recht auf Schadenersatz haben.